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06.02.2017

All Star Perche - Clermont-Ferrand

Teaser-Bilder - CF 4

 

Am All-Star-Perche Meeting in Clermont-Ferrand der Heimat von Weltrekordhalter Renaud Lavillenie übersprangen Adrian Kübler und Patrick Schütz im Vorprogramm 4.91m, ehe sie an der Höhe von 5.06m scheiterten.

 

Teaser-Bilder - CF 1

 

Über zwei Wettkampftage waren 260 Stabhochspringer/-innen auf drei Stabhochsprunganlagen am Start. Fünf Stabhochsprung Olympiasieger gaben sich als Teilnehmer des Hauptwettkampfes (Renaud Lavillenie 2012, Thiago Braz da Silva 2016, Ekaterini Stefanidi 2016) bzw. Ehrengäste und Teilnehmer des Legenden-Springens die Ehre (Maksim Tarasov 1992, Jean Galfione 1996).

 

Teaser-Bilder - CF 5

 

Es siegten der amtierende Weltmeister Shawn Barber (5.83m) und die Vizeolympiasiegerin Sandi Morris (4.71m).

 

Für die historisch bewanderten Leichtathletik-Freunde: Beim Legenden-Springen waren weiter dabei Philippe Collet

(5.94m, 5. OS 1988  7. OS 1992), Philippe d'Encausse (5.75m, 8. der OS 1988 und Trainer von Renaud Lavillenie), Kory Tarpenning (5.89, 4. OS 1992), Jeff Hartwig (6.03m), Romain Mesnil (5.95m) sowie leider nur als Zuschauer Grigory Jegorov (5.90m 3. OS 1988, 2. WM 1993). Nach einer groben Schätzung führte das Legenden-Springen im Vorfeld und im Wettkampf bei einem Viertel der Athleten zu Muskelverletzungen.

 

Teaser-Bilder - CF 2

 

Zusätzlich aufgewertet wurde das Programm des Wochenendes durch ein zweistündiges Kolloquium mit den drei 6-Meter-Springern Jean Galfione (6.00m), Maksim Tarasov (6.05m) und Jeff Hartwig (6.03m) (v.l.n.r), die vom Trainer von Renaud Lavillenie, Philippe d'Encausse, interviewt wurden.

 

Teaser-Bilder - CF 3

 

Das wesentliche Destillat hieraus:

 

- Keiner der drei hatte je "Angst" beim Stabhochspringen. Einzige kleine Ausnahme. Maksim erzählte, dass er einmal in die Situation kam von einem 5.20m Stab mit Härtegrad 11.2 auf einen mit Härtegrad 10.9 zu wechseln und er nicht wusste, wie er damit aufgrund des Gewichts dieses Stabes anlaufen sollte. Er habe es sein lassen, und sei mit dem "weicheren" Stab weiter gesprungen. Zur Erklärung: Maksim ist 1.95m gross und sehr dünn. Auf die Nachfrage, ob er dabei Angst verspürt hatte, antwortete er: "Yes, when you have to take a 5.20/10.9 pole on 5.10m you should be scared a little bit."

 

- Während Jeff und Maksim im Training fast die gleichen Stäbe sprangen wie im Training (minus Flex 0.5), rührte Jean seine Hülle mit den "Wettkampfstäben" praktisch kaum an, ausser in einer speziellen "Schock-Woche", in der es darum ging, sich wieder auf die Wettkampfstäbe einzustellen.

 

- Nach der russischen Lehre hat ein Stabhochspringer die Technik bis ins Alter von 18 Jahren zu beherrschen, danach erfolge nur noch ein Feintuning sowie die Ausbildung der physischen Fähigkeiten.

 

- In den USA hingegen dürfen HighSchool Sportler (14-17 Jahre) nur während dreier Monate im Jahr (1. März bis 1. Juni) überhaupt Stabhochsprung ausüben, alles andere würde zu Strafen führen. Mit 17 Jahren haben sie damit ein "Total" von maximal 1 Jahr Erfahrung kummuliert. Um sich für die besten Colleges zu bewerben - immer in der Gefahr erwischt zu werden -, floriere deshalb ein Schwarzmarkt für Trainingsangebote, erklärte mir hierzu Herbert Czingon.

 

- Alle drei Athleten trainierten mit kurzen Anläufen 2-3x pro Woche Stabhochsprung, 15-30 Sprünge; und mit Wettkampfanlauf (saisonnah bzw. während der Saison) 1 bis max. 2x pro Woche, 10-12 Sprünge.

 

- Als den wesentlichen Teil des Bewegungsablaufs, der die Spreu vom Weizen trennt, benannten alle drei einhellig die letzten 6 Anlaufschritte und den Einstich.

 

(ps)

 

 

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