News LVW

19.09.2017

U20 European Champion Clubs Cup in Leiria, Portugal

Die U20 Junioren des LV Winterthurs belegten am European Champion Clubs Cup in Portugal in der Gruppe B mit 10 Teams den guten fünften Rang mit 92 Rangpunkten. Während die vorderen 4 Plätzen ausser Reichweite lagen (112.5 Punkte Estland, 133 Frankreich, 136 Slowenien und 160 Tschechien), gewann das Team den spannenden Dreikampf um den fünften Rang vor dem Team aus Israel (90 Punkte, 6. Platz) und dem Team aus der Slovakei (87 Punkte, 7. Platz). Irland (77 Punkte), Finnland (74.5) und Griechenland (55) belegten die Ränge 8 bis 10.

 

Das Team mit den 14 Athleten und den 5 Betreuern (Dario, Dieter, Marielle, Roger, Tinu) flog bereits am Donnerstag nach Portugal. So blieb genügend Zeit um sich mit dem internationalen Event vertraut zu machen. Von den Athleten konnten nur Aaron und Hari bereits Erfahrung an einem internationalen Grossanlass sammeln (Junioren EM in Grosseto). Am Donnerstagabend wurden bereits erste zwiespältigen Erfahrungen mit der portugiesischen Küche gemacht. Der Freitagmorgen diente als Ruhezeit. Für das Mittagessen begab sich das Team dann das erste Mal ins Stadion. Dieses wurde für die Fussball EM 2004 erbaut und bietet Platz für 30’000 Personen. So manch einer war sichtlich beeindruckt von der Wettkampfstätte. Nach einem schrecklichen Mittagessen (in Fischsauce aufgeweichte Pommes-Frites mit einem Salatblatt und undefinierbarer Kleister-Suppe) begab sich das Team zurück ins Hotel. Nachdem sich alle Mägen wieder halbwegs beruhigt hatten, wurde am Freitagnachmittag noch ein lockeres Training im Stadion absolviert. Das Nachtessen wurde dann nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen im Stadionrestaurant eingenommen, sondern in einem von Restaurant-Tester Tinu für gut befundenem Restaurant in der schönen Altstadt von Leiria.

 

Den Auftakt für den erfolgreichen Wettkampftag machte Joel Schmid im Hammerwurf. Im ersten Hammer-Wettkampf seiner Leichtathletikkarriere holte er mit 23.46m die ersten 4 Punkte für das Team. Während die vor ihm platzierten Athleten klar weiter warfen (41m bis 67m) hielt er diejenigen in seiner Gewichtsklasse in Schach. Die nächsten 4 Punkte holte sich der jüngste mitgereiste Athlet Lukas Siegrist mit einem beherzten 400m Hürden Lauf, wo er sich trotz Sturz bei der letzten Hürde noch aufopfernd ins Ziel kämpfte. Man glaubte zumindest er habe 4 Punkte geholt – denn etwas später zeigte sich, dass er auf der Rangliste mit „disq. R168.7b“ gelistet und somit disqualifiziert war. Die Anwendung der Regel 168.7b, wonach ein Athlet zu disqualifizieren ist, welcher eine Hürde vorsätzlich umwirft, war nicht nachvollziehbar. Nach etwas Verwirrung stellte sich heraus, dass dabei nicht die letzte Hürdenüberquerung gemeint war (bei welcher er stürzte), sondern die Erste. Diese Hürde hatte er mit dem Nachziehbein touchiert, worauf sie zwar zerbrochen (!), aber nicht einmal umgefallen ist. Der Einwand, dass die Holzhürde bereits kaputt gewesen sein dürfte, hat dann den Head-Schiedsrichter wohl etwas im Stolz verletzt. Die Argumente, dass es klar das Nachziehbein war welches die Hürde touchierte (mit Bildmaterial belegt) und dass es zudem ziemlich schwierig sein dürfte, eine Hürde vorsätzlich mit dem Nachziehbein zu zerstören, konterte dieser gekonnt mit der Aussage „I’m a referee since 30 years and never did a single mistake“. Glücklicherweise spielten die nicht gegebenen 4 Punkte in der Endabrechnung keine Rolle mehr – für den Athleten ist es natürlich dennoch eine äusserst frustrierende Angelegenheit. Derweil lief aber natürlich noch weit erfreulicheres im sportlichen Bereich: Silvan Graber sprang in seinem ersten Dreisprung Wettkampf solide 12.19m, holte so 4 weitere Punkte und erfüllte zudem noch die U20 SM Limite. Luft nach vorne ist noch viel vorhanden – wir sind gespannt auf die nächste Saison. Im 800m sicherte Julien Wyss einen weiteren wichtigen Punkt für die Endabrechnung. Danach folgte der 100m Lauf, wo die LV Winterthur mit dem U20 EM Teilnehmer Aaron Cardona einen der Favoriten stellte. Mit 10:82 lief er ein gutes Rennen, kam aber leider etwas zögerlich aus dem Startblock und somit nicht ganz an seine Bestleistung von 10:64 heran. Mit dem 2. Platz und den 9 Punkten durfte man aber natürlich sehr zufrieden sein. Derweil gelang dem U18 Athlet Silas Keller im Stab mit übersprungenen 3.45m eine neue persönliche Bestleistung und er holte so weitere 4 Punkte. Im 400m Rennen war mit Hariharan Rasiah der zweite U20 EM Teilnehmer im Einsatz. Nachdem er an der Nachwuchs-SM vor einer Woche das Rennen etwas zu schnell angegangen war, ging er nun etwas vorsichtiger ans Werk – mit 49.20 lief er knapp eine Sekunde über seiner PB von 48.26. Damit wurde er Dritter, holte weitere 8 Punkte für das Team und hatte noch genügend Reserven für die 4x100m und 4x400m Staffeln am Nachmittag. Kaum im Ziel angekommen ging es für Hari dann aber erst einmal direkt in die Doping Kontrolle. Da er jedoch gewissenhaft den Rat der Coaches befolgt hatte und vor dem Lauf noch die Toilette aufgesucht hat, wurde er für die nächsten Stunden (bis zum nächsten Toilettengang...) von einem Offiziellen auf Schritt und Tritt begleitet.

Im Weitsprung kam Silvan Gisler nicht richtig auf Touren und Sprang mit verkorkstem Anlauf, schmerzendem Rücken und dem Nicht-Sprungbein (aufgrund Schmerzen im Sprunggelenk des Sprungbeins) auf 5.99m. Dies liegt zwar klar unter seinen Möglichkeiten aber es resultierte dennoch ein 6. Rang und 5 Punkte für das Team. Der Jumper Dominic Schär lief über 110m Hürden mit 17:05s persönliche Bestleistung und sicherte damit weitere 4 Punkte. Der nächste Podestplatz gelang Marco Niederhauser im Diskus. Mit guten 37.44m wurde er Dritter und brachte die nächsten 8 Punkte ins trockene. Nach der Mittagspause (es gab Pasta nature mit vertrocknetem Poulet-Schenkel und einem Salatblatt) zeigte sich Marco weiter in ausgezeichneter Form. Im Kugelstossen stiess er 13.71m und verbesserte damit seine pB um 33cm. Dies bedeutete Rang 5 und weitere 6 Punkte. Im 1’500m wurden die ersten zweieinhalb Runden dann im Schritttempo und die letzten 500m im Vollsprint zurückgelegt. Fabio Krampf gelang die Tempoanpassung leider nicht wie gewünscht – dennoch holte er 2 weitere wichtige Punkte für das Team. Im Hochsprung bewies dann David Keller Nervenstärke. Nach bereits zwei Fehlversuchen auf 1.85m war dann auch noch seine Anlaufmarkierung weg. Nach erneutem Abmessen übersprang er die Höhe aber souverän und packte auch die 1.90m im zweiten Versuch. Auf 1.95m scheiterte er leider mit dem letzten Versuch sehr knapp. Die 1.90m bedeuteten Rang 4 und weiter 7 Punkte. Im anschliessenden 200m hatte Aaron die zweite Chance auf einen Disziplinensieg. Fehlte es im 100m noch auf den ersten Metern, so war dann im 200m auf den letzten Metern die Luft etwas draussen. 22.12s bedeuteten wieder Rang 2 und 9 Punkte fürs Team. Der Dreikampf um den 5. Platz zeichnete sich mittlerweile deutlich ab und so begann das grosse Rechnen und jeder Punkt wurde entsprechend gefeiert. Den Speer warf Joel auf 47.28m, holte sich damit den 5. Rang und weitere 6 Punkte. Währenddessen drehte Julien beim 3’000m Lauf seine Runden, beendete das Rennen auf dem 9. Rang und holte damit 2 Punkte. Anschliessend folgte mit der letzten Einzeldisziplin ein weiteres Highlight: Das 3’000m Steeple Rennen von Mehrkämpfer Silas Keller. Das Ziel war klar: 8. Platz (zwei Teams verzichteten auf den Start...) und kein unfreiwilliges Bad im Wassergraben. Das Steeple Training auf dem Deutweg scheint sich dabei ausbezahlt zu haben – Silas übersprang alle Hindernisse ohne Unsicherheiten, lief unbeeindruckt von den Gegnern sein Rennen und brachte so souverän die nächsten 3 Punkte mit durchnässten Schuhen ins trockene. Darauf folgten mit den beiden Staffelevents (4x100m und 4x400m) das Schlussfeuerwerk des Anlasses. Rauchende Köpfe kamen zum Schluss, dass das Team aus Israel vor den Staffeln 4 Punkte vor dem Winterthurer Team liegen muss. Die Nervosität und damit auch den Frust über die Disqualifikation von Lukas (4 Punkte...) wuchs noch einmal an. Die 4x100m Staffel mit Pascal, Reshawn Rose, Hari und Aaron lief dann mit sehr mässigen Wechseln und einer Zeit von 43.42s ins Ziel. Dass sie auch deutlich schneller unterwegs sein können, bewiesen sie am U20 SVM in Lausanne dieses Jahr, wo die fast identische Staffel in 42.29 gestoppt wurde. Dennoch reichte die Zeit für den dritten Rang und 8 Punkte. In der 4x400m Staffel reichte es für Reshawn, Hari, Pascal und Lukas dann trotz grossem Einsatz nur noch für den 9. Rang. Dennoch waren das zum Abschluss nochmals 2 Punkte, welche in der Schlussrangliste exakt dem Abstand zum hinteren 6. Platz entsprechen.

Als der 5. Platz dann bei der Siegerehrung definitiv feststand, wurde dieser auch ausgelassen gefeiert. Nachdem fleissig Trikots ausgetauscht wurden (die LVW muss wohl einen neuen Satz Wettkampftenues bestellen...) und im Steeple Graben gebadet wurde, stand noch ein gemeinsames Essen (nicht im Stadionrestaurant) an.

 

Und dann waren alle müde und gingen schlafen. Oder so... ;)

 

Das gesamte Team möchte sich an dieser Stelle nochmals herzlich bei allen Bedanken, welche die Teilnahme an diesem Event ermöglicht haben. Die Erfahrungen welche die Athleten machen konnten und die Erlebnisse dieses Wochenendes sind einmalig.

Märsi vielmal!

 

 

Ein Bericht über die gesamte Reise wird ausserdem in der nächsten Ausgabe der LVW News erscheinen. 

 

Dieter Brändli

LV Winterthur U20 Juniorenteam LV Winterthur U20 Juniorenteam

< zurück zur Übersicht


SOLUTION·CH