, Rösli Mahara

«Hasi» – ein Leben für die LVW

Hasi prägte während eines Vierteljahrhunderts als Präsident die Leichtathletik-Vereinigung Winterthur und engagierte sich, wo er nur konnte. Jetzt wurde er verdient für den Sporförderpreis "zündwürfel" in der Kategorie Ehrenamt nominiert. Ein kleiner Rückblick.

Wenn in Winterthur von Leichtathletik die Rede ist, fällt sein Name fast automatisch: Martin Hasenfratz, oder einfach «Hasi». Seit Jahrzehnten prägt er die LVW mit einem Engagement, das für ihn selbstverständlich zu sein mag – als Präsident, Trainer, Organisator, Förderer und Ideengeber. Doch selbstverständlich ist dieses längst nicht. Aus diesem Grund wurde Hasi vergangenen Freitag für den "Zündwürfel" nominiert – und vom Zürcher Kantonalverband für Sport (ZKS) für seine aussergewöhnlichen Einsätze im Vereinswesen geehrt. 

Schon bei der Entstehung der LVW dabei

Schauen wir zurück: Bereits 1974 war Hasi Teil der Arbeitsgruppe zur Fusion des Leichtathletik Club Winterthur mit der heutigen Leichtathletik-Vereinigung Winterthur. Als Vertreter der «Jungen» wirkte er bei der Entstehung der LVW mit. Seit der Gründung des Vereins gab es bis heute nur gerade fünf Jahre, in denen Hasi nicht ehrenamtlich für die LVW im Einsatz stand. 

Insgesamt engagierte sich Martin 38 Jahre im Vorstand der LVW, davon 25 Jahre als Präsident. Daneben übernahm er zahlreiche weitere Aufgaben: unter anderem als Aktuar und Sekretär, Nachwuchschef, Finanzchef sowie Verantwortlicher Sponsoring. Zusätzlich war er während vier Jahren ausserhalb des Vorstandes weiterhin für das Sponsoring der LVW zuständig.

Und weil er wohl nicht genug davon bekommen konnte, brachte er den Verein auch abseits des Platzes enger zusammen. 1980 gründete er das Vereinsheft «LVW News», das zu Beginn sogar monatlich erschien. Wer mit ihm spricht, merkt schnell: Für Hasi war freiwilliges Engagement nie eine Pflicht, sondern immer eher eine Herzensangelegenheit.

Hasi bringt den Nachwuchs voran

Auch als Trainer hinterliess er seine Spuren. Während elf Jahren betreute Hasi die Mittelstreckler der LVW und begleitete Athletinnen und Athleten auf ihrem sportlichen Weg.

Ein besonderes Anliegen war ihm immer die Förderung junger Talente. 2005 gründete er das Projekt «Peking 08», das heute unter dem Namen «Tokio 21» weitergeführt wird. Ziel des Projekts ist die Unterstützung ambitionierter Nachwuchsathletinnen und -athleten wie etwa Stefan Müller, Valérie Reggel oder Christian Grossenbacher. Seit der Gründung präsidiert Hasenfratz den Gönnerverein. Zudem steht er seit 2005 dem Verein «LA 28» als Präsident vor.

Von OK zu OK

Neben seiner Arbeit innerhalb der LVW engagierte sich Hasi auch weit darüber hinaus für den Sport in Winterthur und der Region. Er war sechs Jahre Revisor von Zürich Athletics, fünf Jahre Vorstandsmitglied des Dachverbands Winterthur Sport und insgesamt in zahlreichen Organisationskomitees tätig. So wirkte er unter anderem 13 Jahre im OK des Winterthurer Stadtlaufs mit, davon neun Jahre als Präsident. Zudem war er Mitglied von 15 Organisationskomitees nationaler Leichtathletik-Veranstaltungen wie Mehrkampf-, Staffel- oder Einzel-Schweizermeisterschaften – neunmal davon als OK-Präsident.

Bis heute bleibt Martin der Leichtathletik eng verbunden. Seit 2021 ist er Stiftungsrat des athletics-center, der neuen Leichtathletikhalle in Zusammenarbeit mit dem LC Frauenfeld.

Was wäre also die LVW ohne Hasi? Einem Mann, der jedes Schiff sicher in den Hafen steuerte. Oder, wie es in einem Porträt vom "Zündwürfel" über ihn treffend hiess: «Wenn jeder nur ein bisschen ‹Hasi› wäre, wäre die Vereinswelt gerettet.»