News LVW

15.03.2019

Adi Back in town

Nach drei Monaten down under wurde ich wieder herzlich in meiner Trainingsgruppe willkommen geheissen. Durchmischte Gefühle schwirren durch meinen Körper aber trotzdem bin ich sehr glücklich, wieder zu Hause zu sein. Ich konnte eine unvorstellbar schöne Zeit geniessen, Neues lernen und viele Erfahrungen sammeln. Das Training lief gut, ich war sofort in die Trainingsgruppe integriert, absolvierte ebenfalls diverse Wettkämpfe und konnte wertvolle neue Freundschaften schliessen. Ein neuer Trainer beziehungsweise eine neue Trainerin, Zsuzsanna Olgyay-Szabo, welche selbst eine erfolgreiche Athletin war (PB 4.50m, 3. Hallen-WM 1999) und nun als erfolgreiche Trainerin fungiert, bedeutete für mich auch neue Strukturen und andere Trainingseinheiten. Es war sehr spannend zu sehen, an welchen Punkten sich Parallelen und wo sich Abweichungen zu Patrick Schütz Trainingsplanung zeigten. Es wurden kleine Schwächen entdeckt, welche durch ihre Behebung grosse Veränderungen bewirken können. Auf der anderen Seite trainierte ich aber auch simple Trainingseinheiten und viele Technik-Sessions. Mein Können konnte ich aber leider aus mehreren Gründen noch nicht am Wettkampf abrufen und somit auch nicht auf Papier bringen: Die Bedingungen waren nicht immer einfach; Ich habe Wettkämpfe erlebt, worüber jeder Schweizer Stabspringer lachen würde: Von Anfangshöhen ab 1.80m mit 20 Teilnehmer und ohne Neutralisation (Ja, ich wartete über 2 Stunden) bis zu Einspringzeiten von nur 20 Minuten für 10 Athleten, weil die vorherige Serie ein bisschen länger dauerte. Ebenfalls wechselte ich in der Mitte der Saison von 475cm langen Stäben auf 500cm Stäbe, welche erst gegen das Ende zu passen schienen.
Spezielle, interessante und sehr schöne Momente prägten meine Zeit in Sydney. Ein Wettkampf welcher ich sicherlich niemals vergessen werde, spielte sich in der Hauptstadt Canberra ab: Canberra Track Classics, für welchen man sich mit einer Höhe von 4.80m für die Teilnahme qualifizierte. Vier Athleten standen auf der Startliste und einer darunter war ich. Ich konnte es kaum fassen, dass ich die Ehre hatte, gegen die drei besten Stabhochspringer Australiens, welche in Perth trainieren, anzutreten. Einer darunter war Kurtis Marchall, welcher im letzten Jahr mit 5.83m der 5. beste Springer der Welt war! Top motiviert lief ich auf den Wettkampfplatz und platzierte mich neben den drei, worauf Kurtis auf mich zu kam und sagte: «Hey I`m Kurtis, how are you?». Worauf ich nur gedacht habe; «Ja, ich weiss wer du bist» und mich ebenfalls vorstellte. Ganz ehrlich, die Bedingungen waren ziemlich «beschissen»: starker Gegenwind und Regen ab der zweiten Höhe, aber in diesem Moment juckte es mich kein bisschen. Ich war sehr zufrieden mit meiner mentalen Leistung. Ich startete auf 4.70m und übersprang 4.85m ebenfalls im ersten Versuch worauf sich Angus und Declan am Wettkampf beteiligten und mit mir die 5m angriffen. Wahrscheinlich die drei knappsten Versuche, die ich jemals hatte und dies mit diesen Bedingungen. Dieser Tag zeigte, dass ich die Qualität zu Höhen einiges über 5m besitze und dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis ich diese auch überspringen werde. Leider funktionierte es noch nicht in Australien, jedoch bin ich sehr motiviert und freue mich sehr auf die Sommersaison, welche in zwei Monaten starten wird. 
Was mir besonders bewusst wurde und ich euch Lesern gerne mitgeben möchte ist; Ich realisierte und sah viele Beispiele, welche bewiesen, dass viel Techniktraining einiges verändern kann und im Verhältnis zu Krafttraining viel mehr Wert ist. Mir wurde immer mehr bewusst, dass Stabhochsprung die Hauptspeise ist und all die anderen Trainingseinheiten nur Beilage und Gewürze sind. Wenn du 180kg Kniebeugen drückst, springst du danach nicht automatisch 20 cm höher. Es sind kleine und oftmals technische Veränderungen, welche Berge versetzen. Natürlich gehören Kraft-, Sprint-, Sprungtraining und Co. auch zum Trainingsalltag, aber diese müssen richtig auf das Techniktraining abgestimmt werden, um all den Nutzen daraus zu ziehen. Ebenfalls muss der Spass an der Sache immer vorhanden sein und jeder Moment so gut wie möglich genossen werden! Ist unsere Sportart nicht einfach der absolute Hammer? :) 

 

Ausserdem: Vergesst nicht, welch gute Trainingsbedingungen der Deutweg liefert (zumindest im Sommer). Wir besitzen eine Rundbahn ohne Gebühren für den Athleten, haben fast schon perfekte Optionen, um Sprung- und Lauf-Trainings zu absolvieren und oben drauf ist ein gut ausgerüsteter Kraftraum direkt neben der Rundbahn. 
 
Man sieht sich im Training, euer Adi.
 
 

< zurück zur Übersicht


SOLUTION·CH